Was hat sich bei Adobe dazu einfallen lassen? Insgesamt runden nun viele Verbesserungen in den Bereichen Verwaltung, Nachbearbeitung und Präsentation der digitalen Bilder das Programm sinnvoll ab.
Besonders Profifotografen freuen sich über die Möglichkeit, an zwei Monitoren arbeiten zu können. Es lassen sich Fenster für den zweiten Monitor öffnen, dort hinziehen und spezielle Optionen dafür festlegen. Beispielsweise ist auf dem zweiten Monitor ein vergrößerter Ausschnitt des zu bearbeitenden Bildes geöffnet, während auf dem Hauptmonitor das komplette Foto dargestellt wird. Den individuellen Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt und dennoch bleibt der Arbeitsplatz übersichtlich.
Besonders lobenswert ist die Einführung des Pinselwerkzeugs. Damit ist es möglich, beispielsweise beim Abwedeln oder Nachbelichten pixelgenaue Korrekturen durchzuführen. Mithilfe dieses Werkzeugs lassen sich zudem viele Nacharbeiten, für die bisher Adobe
Photoshop CS3 nötig war, direkt in Lightroom ausführen - eine enorme Arbeitsbeschleunigung. Allerdings wird Photoshop CS3 nicht überflüssig, sondern sogar besser in den Workflow integriert. So sind etwa nur wenige Mausklicks nötig, um mit Photoshop Panoramabilder zu erstellen und diese in Lightroom weiterzuverwenden.
Das Schmankerl für Nutzer von OS X Leopard ist allerdings die vollständige
Unterstützung von 64-Bit-Betriebssystemen - wozu natürlich auch entsprechende Microsoft-Betriebssysteme zählen. Gerade Lightroom profitiert so von einer effizienteren Speicherverwaltung, die bei einer großen RAW-Bibliothek dringend notwendig ist.
Apropos Bibliotheken, auch die Verwaltung großer Bildermengen fällt mit Lightroom nun leichter. Durch die neuen Filterregeln wird das Sortieren der Fotos intuitiver. Zusätzlich lassen sich den einzelnen Aufnahmen auch viele Metadaten und Schlüsselwörter hinzufügen, was der besseren Organisation dient. Das funktioniert ebenfalls, wenn die Fotos auf verschiedene Festplatten verteilt sind, da jetzt auch mehrere Laufwerke unterstützt werden. Eine der Stärken von Lightroom ist seit jeher die breite
Unterstützung von Dateiformaten, so lassen sich die meisten RAW-Formate, JPEG, DNG, TIFF und PSD problemlos verwenden.
Die Benutzeroberfläche hat sich gegenüber dem Vorgänger kaum geändert und so dürfte der Umstieg gerade erfahrenen Nutzern nicht schwer fallen. Zudem hat Adobe die Lightroom-Schnittstelle geöffnet, sodass das Programm durch diverse Plug-ins erweitert werden kann. Die Zeit wird zeigen, in welcher Weise Drittanbieter diese Möglichkeit nutzen werden.
Abschließend noch ein paar Worte zu den
Systemanforderungen. Laut Adobe reichen 1 GByte Arbeitsspeicher sowie ein Prozessor ab Pentium 4 bzw. G4 oder G5 aus. Die Installation wird bei dieser Konfiguration kein Problem sein, aber für flüssiges Arbeiten sollten schon 2 GByte RAM und ein halbwegs aktueller Computer zur Verfügung stehen.
FAZIT Adobe Photoshop Lightroom 2 merzt die Schwächen des Vorgängers aus und fördert dessen Stärken. Sinnvolle neue Funktionen erleichtern das Verwalten und Bearbeiten von Bildern. Durch die bessere Photoshop-Integration findet das Produkt nun einen wirksameren Platz im Adobe-Workflow. Auf lange Sicht ist die Unterstützung von 64-Bit-Betriebsystemen ein wichtiger Schritt. Schade ist nur, dass die Systemanforderungen relativ anspruchsvoll sind, um mit dem Programm vernünftig arbeiten zu können. Klar ist aber auch, dass nach der Eingewöhnung in Lightroom 2 der Vorgänger schnell vergessen ist.
INFO Produkt: Adobe Lightroom 2.0
Webseite:
www.adobe.de Download: 30-Tage-Testversion Lightroom 2.0 im Online-Preisvergleich:
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